„1997 wird als ein Jahr der Wetterkapriolen
und der Extreme in die Weinbaugeschichte eingehen. Alle Berichterstatter
sprechen von einem neidischen Herbst. Schon früh meldeten
die südlichen Anbaugebiete einen Jahrhundertjahrgang; doch
die deutschen Rieslinggebiete konnten sich dieser Einschätzung
nicht anschließen, denn der Riesling überstand Frost
und Blüte am besten und zeigte deshalb weniger Mengenverluste.
Das Menge-Güte-Gesetz prägte diesen Weinjahrgang. Überragende
Mostgewichte waren nur bei mäßigen Mengenerträgen
möglich. Weinberge mit starkem Traubenbehang haben die qualitativen
Erwartungen oft nicht erfüllt und die Mengenprognosen deutlich
übertroffen. Jedoch in der Statistik wird das Jahr 1997 mit
einem unterdurchschnittlichen Ertragsergebnis bei guten Qualitäten
geführt.”
Doch wollen wir chronologisch vorgehen und uns
den Vegetationsverlauf betrachten, wie ihn der DEUTSCHE WEINBAUVERBAND
darstellt: „Mit Ende des Jahres 1996, als die Winzer ihren
Arbeitsraum bereits in den Keller verlegt hatten, fiel die Außentemperatur
auf einen Tiefpunkt. Bedingt durch die Tatsache, daß es
1996 eine gute Holzausreife gab und die Temperaturen um Weihnachten
langsam zu fallen begannen, wurden keine übermäßigen
Winterfrostschäden boniert.
(im Werk geht die Beschreibung weiter)